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Kolumne des Bürgermeisters vom 21.11.2019

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
 
es ist schon merkwürdig, was trotz klarer Aussagen manchmal „verstanden“ wird. Kommunikation ist halt schwierig. Trotzdem befremdet es, wenn aus der Aussage „Wir sehen keine andere Möglichkeit und müssen als letzten Ausweg ...“ ein „… der Bürgermeister möchte ...“ gemacht wird.  Früher sprach man von „sizilianischer Hochzeit“, wenn der Bräutigam „wollte“. Niemand im Rathaus will eine Grundsteuererhöhung, wir sehen schlicht keine andere Möglichkeit, nach Jahren der Konsolidierung einen genehmigungsfähigen Haushalt für 2020 zu erreichen. Wenn allerdings die vorläufige Haushaltsführung die Alternative ist – alternativlos ist hier nichts – dann ertragen wir bei einem Investitionsstau und den bekannten Folgen in 2016 schweren Herzens eher die Grundsteuererhöhung. Dafür bleibt die Stadt handlungsfähig, kann neue Projekte starten und freiwillige Leistungen gewähren, Feste und Vereine unterstützen.
 
Zum Weltvorlesetag war es ein großes Vergnügen, in den Kitas den Kindern mit spannenden Geschichten funkelnde Augen zu bereiten, ein Vergnügen, das ich mit anderen ehrenamtlichen Vorlesern teilen durfte, für deren Engagement ich herzlich Danke sage. Ebenso gilt mein Dank den Vortragenden zur Veranstaltung „Das bin Ich“ der Jugendförderung in der Bauchgauschule. Zeitzeugen berichteten von ihren Empfindungen und Erfahrungen mit und seit dem Mauerfall. Aus Lichtentanne war mein Amtskollege und Freund Tino Obst angereist, um seine Erfahrungen mitzuteilen.
 
Auch mitempfinden konnten wir anlässlich des Volkstrauertages die Erfahrungen junger Menschen mit dem Thema. Die mit der zeitlichen Distanz größer werdende emotionale Entfernung zu den Grauen der Kriege im letzten Jahrhundert wurde durch den Bericht einer Mitschülerin aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet plötzlich und hart aufgehoben. Das Leid schob sich direkt in unsere Mitte und mahnt uns, welche Arbeit noch vor uns liegt, um Frieden zu schaffen.
Weihnachten soll das Fest des Friedens sein. Am 24.12.1914 sangen in den Schützengräben der Westfront auf beiden Seiten Soldaten in Ihrer Sprache „Stille Nacht“, legten die Waffen nieder und begegneten sich auf dem Schlachtfeld in Frieden. Dieser inoffizielle „Waffenstillstand“ von 1914 wurde nicht wiederholt. Vielleicht wird Weihnachten 2019 in die Geschichte eingehen als ein Weihnachten, auf dem die Waffen rund um den Globus schwiegen? Wir bereiten uns auf das Friedensfest vor, backen Plätzchen und treffen uns auf dem Weihnachtsmarkt und in der Kirche.
 
Vielleicht inspiriert das Fest der heiligen Familie genug Menschen zum Frieden, das wünsche ich uns allen für die kommende Zeit.
 
Viele Grüße aus dem Rathaus
 
Ihr Achim Knoke

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Ansprechpartnerin

Christiane Diehl
Vorzimmer des Bürgermeisters
Tel.: 06073 602-21
Fax: 06073 602-22
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