Stadt Babenhausen

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Vereinbarung mit dem SV Germania über die zukünf-tige Nutzung der Sportanlage in der Hindenburgstraße

Die Stadtverwaltung Babenhausen informiert über einen Termin am 02.08.2018 mit Vorstandsmitgliedern des SV Germania über die zukünftige Nutzung der Sportanlage in der Hindenburgstraße.
 
Zur Erinnerung, bis 2017 hatte der SV Germania einen normalen Pachtvertrag für die Nutzung der Sportanlage. Wie auch andere Sportvereine zahlte die Germania nur einen relativ geringen Pachtzins und übernahm im Gegenzug die Pflege und Unterhaltung der gesamten Sportanlage inklusive des Vereinsheims. Eine Besonderheit stellte bei dieser Sportanlage aber die Mitbenutzung durch die Babenhäuser Schulen dar. Um hier einen Ausgleich zur erhöhten Pflege zu schaffen, zahlte die Stadt Babenhausen freiwillig (die Schulen sind dem Landkreis unterstellt) einen erheblichen Pflegezuschuss (9.600 €). Im Zuge des notwendigen harten Konsolidierungskurses der Stadtverordneten, ausgelöst durch den nicht ausgeglichen Haushalt 2016 und der einhergehenden ganzjährigen vorläufigen Haushaltsführung, musste 2016 auch der freiwillige Pflegezuschuss für den SV Germania aufgekündigt werden. Von Seiten der Stadtverwaltung wurde angeregt und vermittelt, ersatzweisen einen Pflegezuschuss durch den Landkreis Darmstadt Dieburg zu erwirken. Leider gestaltet sich dies schwierig, da der Nutzung der Sportanlagen, insbesondere die für die Schulen wichtige Tartanbahn durch Versäumnisse und stiefmütterliche Pflege durch den Sportverein nur sehr eingeschränkt möglich war und die Germania zeitweise sogar die Nutzung durch die Schulen untersagte. Der Landkreis war nicht bereit, unter diesen Umständen einen entsprechenden Beitrag zu leisten.
Bereits im März 2017 musste die Stadt Babenhausen eingreifen und wichtige Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Durch die vernachlässigte Baumpflege insbesondere im Bereich der Grundstücksgrenze war die Sicherheit nicht mehr zu gewährleisten. Der SV Germania erklärte, mit der Situation überfordert zu sein. Notgedrungen investierte die Stadt Babenhausen ca. 25.000 €, um das Gefahrenpotential zu beseitigen. Aber bereits im Sommer taten sich weitere Probleme auf. Das Buschwerk und die Bepflanzung wuchsen und die Tartanbahn verkrautete. Und wieder war die Germania mit der Situation überfordert. In einem Schreiben an die Stadtverwaltung vom September 2017 erklärt der SV Germania: „Wir können nur angemessene arbeiten als Mieter und Verein übernehmen, das sind solche Arbeiten, die weder besondere Fachkenntnisse noch einen besonderen Zeit- oder Kostenaufwand erfordern.“ In der Praxis bedeutet dies in der Folge, dass der SV Germania im Wesentlichen nur den für sie wichtigen Rasenplatz pflegte, der Rest des Geländes verkam zusehend, obwohl die Germania sich mit dem Pachtvertrag zur Pflege verpflichtet hatte.      
Im März 2018 sah sich der Magistrat deshalb gezwungen, den Pachtvertrag mit dem SV Germania aufzukündigen. Um die Nutzung der Schulen ab dem Frühjahr zu ermöglichen, wurde umgehend die Tartanbahn saniert (ca. 20.000 €) und der Bauhof bzw. ein externer Dienstleister mit der Pflege beauftragt. Obwohl es noch eine Zeit dauern wird, bis der Pflegerückstand auf der Sportanlage vollumfänglich behoben ist, ist der Landkreis sehr zufrieden mit der Entwicklung unter der Trägerschaft der Stadt Babenhausen. Daher konnte im Juli eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen werden. Demnach erhält die Stadt Babenhausen einen einmaligen Investitionszuschuss von 10.000 € und der Landkreis beteiligt sich zukünftig mit 50% an den Betriebs- und Unterhaltungskosten des Sportplatzes.
Aber auch für die Germania ergibt sich so eine annehmbare Lösung. Die restlichen 50% der Betriebs- und Unterhaltungskosten, abzüglich der durch die Germania in Eigenleistung zu erbringenden Pflege der Rasenfläche, ergibt einen monatlichen Nutzungsbeitrag von 625 € zuzüglich Nebenkosten. Hierfür erhält die Germania einen von der Stadt gepflegten Sportplatz. Die Stadt Babenhausen ist der Meinung, dass dies ein fairer Preis ist, auch im Vergleich zu den anderen Fußballvereinen, die ihre Sportplätze in Eigenregie betreiben und sicherlich auch erhebliche Arbeitszeiten und Geldmittel dazu beisteuern müssen. Es liegt nun bei der Germania, dieses Angebot anzunehmen und den Fußball in der Kernstadt weiterhin zu sichern.
 
Weiteres Gesprächsthema war die Zukunft des Vereinsheimes. Bisher war über den Pachtvertag die Unterhaltung und Modernisierung des Gebäudes bis auf den Kernbereich (Außenwände, Fenster, Außentüren, Bodenplatte und Estrich, Dachkonstruktion, Eindeckung und Versorgungsleitungen im Gebäudeinneren) an den SV Germania übertragen. Dieser übernahm auch die Verkehrssicherungs- und Gefahrenabwehrpflicht. Nach Aufkündigung des Pachtvertrages gingen diese Pflichten wieder auf die Stadt Babenhausen über. Nach einer ersten Besichtigung und Begutachtung durch einen Sachverständigen wurden auch hier erhebliche Mängel festgestellt. Insbesondere die Elektroanlagen entsprachen in keinster Weise den erforderlichen Bestimmungen und mussten daher in wesentlichen Bereichen außer Betrieb genommen werden. So ist das Vereinsheim nur bedingt nutzbar. Erschwerend kommt hinzu, dass das Gebäude allgemein in einem schlechten Zustand ist. Prinzipiell wäre eine Kernsanierung oder ein Neubau notwendig. Da die Stadt bei der vorhandenen angespannten Haushaltslage keine derartigen Investitionen stemmen kann, die Germania aber auch über keine entsprechenden Geldmittel verfügt, ist der vollwertige Weiterbetrieb des Gebäudes zurzeit leider nicht möglich. Dem Verein wurde aber angeboten, für Vereinsversammlungen etc. die verfügbaren städtischen Immobilen (z.B. Hallen, Stadtmühle) anzumieten. Dies wird auch von anderen Babenhäuser Vereinen so gehandhabt.     
 
 
Joachim Knoke
Bürgermeister

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