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Stadt Babenhausen (Druckversion)

Meldungen

Ein Tag im Waldkindergarten in Harpertshausen

Seit November werden im Wald bei Harpertshausen Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut (wir berichteten). Die Betreuung findet zwischen 7:45 Uhr und 15:15 Uhr statt. Es sind bereits 14 Kinder aktiv dabei, bis Juli 2020 werden es 18 Kinder sein. Ab August 2020 wird die Gruppe „Die bunten Vielfalter“ mit 20 Kindern voll besetzt sein.

Am Mittwoch, den 08.01.2020 waren 5 Grad und Regen von 9:00 -14:00 Uhr angesagt. Der Himmel war bedeckt bis neblig, die Luft feucht. Zwischen 8:00 Uhr und 8:30 Uhr sind die Kinder mit Ihren Eltern teils auf Fahrrädern, teils zu Fuß am Waldplatz des Kindergartens eingetrudelt. Es wurde begrüßt, geredet und verabschiedet. Ein Vater hatte noch frei und blieb bis nach dem Frühstück bei der Gruppe und seinem dreijährigen Sohn, der das sehr genoss. Bis zum Frühstück gab es viel zu tun: Nach dem Morgenkreis im Stehen mit Bewegungsübungen (Aufwärmen inklusive) und Gesang wurde von einer Gruppe kleine Sägen gewünscht, um Stöcke für eine Falle zu sägen. Eine andere Gruppe unterhielt sich und spielte mit Stöcken. Währenddessen fing es an zu regnen und ein „Tarp“, ein ultraleichtes, wasserfestes Sonnensegel musste mit Schnüren an Bäumen aufgehängt werden. Ein dicker Ast in der Mitte sorgte dafür, dass das Regenwasser abfließen konnte. Unter der Plane wurden einer Kleingruppe auf Wunsch zwei Geschichten vorgelesen.

Für das Frühstück durfte ein Kind eine Glocke läuten. Die Glocke dient auch sonst als Kommunikationsmittel, wenn die Kinder zusammenkommen sollen. Mit Sitzunterlagen auf Baumscheiben unter dem Tarp sitzend, haben wir uns mit den Händen verbunden und uns einen guten Appetit gewünscht.

Nach dem Frühstück war ein Spaziergang an der Reihe, zunächst auf dem Waldweg, dann querfeldein. Dabei haben die Kinder eine Rutsche in Form eines schrägen, abgesägten Baumstumpfes gefunden. Mit Hilfe von Erwachsenen sind die Kinder geklettert und gerutscht. Später entdeckten sie einen langen Baumstumpf. Sie sind balanciert, gekrabbelt, gerobbt und heruntergesprungen. Rinde wurde entfernt und das Leben darunter beobachtet. Andere nutzten die Rinde zum Bauen einer Baustelle, während wieder andere Spinnennester beobachteten.

Schon war es wieder Zeit zum Waldplatz zu wandern, die Rucksäcke zu packen, die Fahrräder und Laufräder zu schnappen und zum DRK-Heim zu laufen. Auf den gängigen Wegen sind mit den Kindern sogenannte „Haltepunkte“ abgesprochen. Hier wartet man aufeinander, die Gruppe findet sich zusammen. Am DRK-Heim erwartete uns Rafael schon mit dem Mittagessen und ein erstes Kind wurde dort abgeholt. Jetzt wurden alle Kinder von Jacken, Mützen, Helmen und Handschuhen befreit, die verdreckten Hosen und Schuhe blieben an. Nach dem Händewaschen gab es auf Kinderfestzeltgarnituren leckere Rohkost, danach Pellkartoffeln mit Quark und als Nachtisch Bananen und Äpfel. Das Essen ist bei allen Kindern gut angekommen. Gegessen wird im Waldkindergarten immer ausschließlich vegetarisch. Nach einer guten halben Stunde zog es die Gruppe wieder nach draußen. Rafael packte zusammen, kehrte den Raum und es wurde zugeschlossen. Ein Wanderwaldkindergarten eben. Angezogen und bepackt hielten sich die Kinder dann auf dem Spielplatz am DRK-Heim auf, bis die Eltern zum Abholen gekommen sind.

Wichtige Utensilien für die Wanderwaldgruppe ist die gute Outdoor-Kleidung von Kindern und Betreuern sowie geeignete Behältnisse für Tee und Frühstück. Dazu gehört auch, dass jeder seine Sachen bei sich hat, auch die kleinsten Dreijährigen. Ein Vater berichtet, dass sein Sohn vom Parkplatz mit dem Laufrad zum Waldplatz fährt, eine Großmutter hat für die Strecke einen Bollerwagen zur Hand. Andere Kinder laufen die Strecke gerne oder kommen sowieso mit dem Fahrrad. Der Waldplatz ist mit einem Bauwagen ausgestattet, der im Frühjahr noch äußerlich verschönert werden soll. Darin befindet sich ein Bollerwagen, der gleich morgens herausgeholt wird. Außerdem sind im Bauwagen zum Beispiel Bücher, Fächer für jedes Kind mit Wechselkleidung, ein Wasserkanister, ein Windeleimer, eine Kinderfestzeltgarnitur und wichtige Outdoor-Utensilien. Das Erste-Hilfe-Set wird im Rucksack getragen. Auf dem Waldplatz sind etliche abgesägte Baumscheiben zum Sitzen, zwei Tipis aus Ästen, viele Wurzeln, Stämme, Laub und was der Wald so bietet. Teilweise ist der Platz mit Reisig eingegrenzt.

Das Beobachten der Betreuungspersonen und Kinder lassen keinen Zweifel: Sie fühlen sich sichtlich wohl im Wald und steigern auf vielfältige Weise ihre Kompetenzen. Sie machen selbst bei Dauerregen und winterlichen Temperaturen einen vergnügten Eindruck. Die Gruppe ist angekommen und eine offizielle Eröffnung kann stattfinden. Wer sich also selbst ein Bild von dem wirklich idyllischen Fleckchen Wald machen möchte, ist zur offiziellen Eröffnung herzlich eingeladen. Der Termin wird noch bekannt gegeben. Wie schön, dass es dieses Angebot in Babenhausen gibt.
 
 
 
 
 

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