Traumhafte Tage auf der Insel Rügen KiJuFö Babenhausen und Partnerstadt Lichtentanne mit 50 Kindern und
Jugendlichen auf Deutschlands größter Insel gemeinsam auf Tour

Warum sind Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche so wertvoll? Freizeiten bieten Lebenserfahrungen in einer Gruppe von Gleichaltrigen, sie fördern neue Freundschaften und sind ein Ort der Begegnung - unabhängig von Nationalität, Sozial- oder Bildungsschicht. Sie bieten abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitangebote, Erlebnis und Abenteuer, dienen als Urlaub, Erholung und Stressabbau, z.B. von der Schule. Gleichzeitig ermöglichen sie gesellschaftliche Teilhabe an Urlauberfahrungen - auch für sozial oder finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche - und fungieren für berufstätige bzw. alleinerziehende Eltern auch als „Familienfreundliches Angebot“ und sie haben letztendlich eine Unterbringungs- und Versorgungsfunktion in den Schulferien.

„Traumhaft war es auf Rügen“, so die Rückmeldung der 17 Teilnehmer*innen aus Babenhausen, die vom 10. bis zum 20. August zusammen mit 33 Kindern und Jugendlichen aus Lichtentanne und Umgebung das seit 1950 existierende Kindercamp „SPATZEN“ in Altefähr im Süden der Insel bezogen. In einfachen Blockhütten, mit Vogelnamen, wie Kuckuck, Schwalbe oder Storch, richteten es sich die Kinder und Jugendlichen für 10 Freizeittage gemütlich ein. Auf dem Gelände selbst konnte man ein Trampolin nutzen, Tischkicker und Tischtennis spielen und sogar kegeln. Ein Sportplatz hinter dem Camp bot zudem viel Platz für weitere sportliche Aktivitäten. Gegessen wurde in der Regel im Freien, ein überdachter Bereich mit Bastelraum bot Schutz vor dem Regen.

Zum Strand von Altefähr mit Beachvolleyballfeld und Eiscafé waren es 5 Minuten zu Fuß, ebenso zum Hafen, von wo aus mit der Fähre Touren nach Stralsund gestartet wurden.

In Stralsund besuchte die Gruppe nach einem Stadtrundgang unter anderem ein nicht unbedeutendes Stück deutscher Seefahrts- und Marinegeschichte: Die GORCH FOCK I, Baujahr 1933. Der Vorgänger des bekannteren Segelschulschiffes der Deutschen Marine hat eine beeindruckende Geschichte zu erzählen und liegt seit 2003 in Stralsund als Museumsschiff im Hafen. Ebenso imposant war das dort beheimatete OZEANEUM. Das Meeresmuseum zeigt Lebensräume aus allen Weltmeeren mit ihrer typischen Flora und Fauna sowie ausgewählte Küstenökosysteme. Auf 8.700 m² Ausstellungsfläche präsentieren hier unzählige Aquarien verschiedene Wasser- und Lebenswelten aus Ostsee, Nordsee und Nordatlantik. Das größte Aquarium fasst 2,6 Millionen Liter Wasser. Pinguine auf dem Dach, Dorsch, Scholle und Seeteufel, Korallenriffe, Haie und lebensgroße Walmodelle in einer 20m hohen Halle inkl. einer beeindruckenden Multimediashow – bei diesem Ausflug standen Erleben und Lernen gleichermaßen auf dem Programm.

Bekannt ist Rügen natürlich auch für seine unzähligen Strände und die weißen Kreidefelsen. Letztere, auch das Wahrzeichen der Insel, konnten leider nicht während der Freizeit besichtigt werden, denn die Kreideküste auf der Halbinsel Jasmund im Osten Rügens war mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwerlich erreichbar. Deutschlands größte Insel in Mecklenburg-Vorpommern bietet jedoch noch so viel mehr. Schon die Anreise durch die Hansestadt Stralsund über die schöne, knapp 2,8 km lange Rügenbrücke, war beeindruckend. Dazu Sandstrände, Meer satt , eine beeindruckende Architektur, wie beim Stralsunder Rathaus mit der prächtigen Schaufassade, fantastische Sonnenuntergänge und viel, viel Natur.

Unvergessen wird sicherlich auch der Besuch der „Störtebeker-Festspiele“ auf der Naturbühne in Ralswiek bleiben. 150 Schauspieler, 30 Pferde und 4 Schiffe beeindruckten in einem actionreichen Theaterstück um den legendären Seeräuber Klaus Störtebeker nicht nur die Teilnehmer und Betreuer des Spatzen-Camps, sondern insgesamt knapp 6.000 Besucher auf einer der schönsten Freilichtbühnen Europas. Den Abschluss des Abends krönte ein imposantes Feuerwerk über dem „Großen Jasmunder Bodden“.

Ein weiterer Ausflug führte die „Spatzen“ nach Rövershagen auf das Festland zurück. In „Karls Erlebnis-Dorf“, einem Freizeit-Park mit Manufakturen-Markt und Erlebnis-Gastronomie, steht traditionell die Erdbeere im Mittelpunkt. Hier kann man beim Einkochen von Marmelade oder beim Brot backen zuschauen und frisch zubereitete, warme Bonbons kosten. Eine Eiswelt, viele unterschiedliche Fahrgeschäfte, die Riesen-Hüftlandschaft, ein Erlebnis-Aquarium und ein Streichelgehege bescherten der Jugendgruppe einen lustigen und abwechslungsreichen Tag.

Lehrreich wiederum war ein Besuch im NVA-Museum in Prora, der den Teilnehmern eine kurze Zeitreise in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ermöglichte. Die Nationale Volksarmee der DDR gehörte in den Zeiten des „Kalten Krieges“ zu einer der am besten ausgerüsteten Armeen des Ostblocks. Davon zeugen die beeindruckenden Ausstellungsstücke im NVA-Museum Rügen.

Ebenfalls in Prora befand sich ein kilometerlanger Sandstrand, den die Gruppe gerne zum Baden, Sonnen und Spielen ansteuerte.

Am vorletzten Tag stand schließlich mit der Tagesfahrt nach Rostock-Warnemünde noch ein besonderes Highlight auf dem Programm. Das frühere Fischerdorf gehört seit 1323 zur Hansestadt Rostock und ist einer ihrer schönsten Stadtteile. Ein gelungener Abschluss einer tollen Zeit auf Deutschlands größer Insel, in der sich zwischen den beiden Gruppen viele neue Freundschaften bildeten und all die anfangs erwähnten pädagogischen Zielstellungen bedeutsam waren.

Fast alle waren sich einig, auch wenn auf der Rückreise der Anschluss-ICE in Fulda verpasst wurde: „Spatzen-Camp, wir kommen wieder!“