Haftbefehl-Dokumentation: Babenhäuser Chabos wissen wer der echte BABO ist!

Vor Kurzem veranstaltete das Babenhäuser Jugendzentrum einen besonderen Themenabend unter dem Titel 
„Haftbefehl – Vom Tape im JUZ zur Legende“. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 20 Jahren nahmen an der Veranstaltung teil, die Filmvorführung und Diskussionsrunde miteinander verband.

Die Initiative für diesen Abend ging von FSJler Leo Münch aus, ist doch sein Arbeitsplatz, das JUZ an der Stadthalle, in diesem Kontext sozusagen ein echter „historischer Ort“. Ziel war es, die im Oktober 2025 erschienene Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ als pädagogischen Impuls zu nutzen und einen offenen Raum für 
Austausch und vor allem für Aufklärung zu schaffen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die musikalische Karriere des Rappers Aykut Anhan, alias Haftbefehl, sondern auch gesellschaftlich relevante und kritische Themen fanden Raum.

In Zusammenarbeit mit Jugendzentrumsleiter Michael Spiehl wurde das aufwendige Veranstaltungskonzept entwickelt und umgesetzt. Die organisatorischen Aufgaben umfassten u.a. die Erstellung eines Anmeldeformulars und einer 
Elterninformation, die Gestaltung eines Flyers, die inhaltliche Abstimmung mit den Wegbegleitern und Haftbefehl selbst sowie die detaillierte Ablaufplanung des Abends. Zusätzlich wurden auch eigens entworfene T-Shirts produziert und an die Teilnehmenden im Anschluss an die Veranstaltung ausgegeben.

Neben der gemeinsamen Sichtung der Dokumentation stand vor allem der Austausch im Vordergrund. 
Diskutiert wurden Themen wie Drogenkonsum, Erfolgsdruck, die Herausforderungen eines Lebens in der Öffentlichkeit sowie die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse auf die persönliche Entwicklung – insbesondere dann, wenn diese nicht ausreichend verarbeitet werden.

Als Gäste waren mehrere Wegbegleiter Haftbefehl`s anwesend: Nec, Inhaber der Shisha-Bar „Babos“ in Babenhausen und langjähriger Freund des Künstlers, beantwortete geduldig Fragen aus dem Publikum und erläuterte Einzelheiten und Passagen der Dokumentation, damit die jugendlichen Teilnehmenden die Zusammenhänge besser einordnen und verstehen konnten. Dafür wurde der Film an zuvor ausgewählten Stellen mehrfach angehalten, einzelne Passagen 
sogar übersprungen. Michael Spiehl berichtete aus der Zeit, als Aykut als Besucher im Jugendtreff des Babenhäuser JUZ erste Schritte in seiner musikalischen Laufbahn machte - ebenso von der Teilnahme an einem Zeltlager in Oberfranken und anderen Angeboten der Jugendförderung. Interessant auch die Story, dass Haftbefehl gerichtlich angeordnete 
Arbeitsstunden (Sozialstunden) im Jugendzentrum abarbeiten musste.

Auch Frank Huth, der dem jungen Künstler damals die Möglichkeit gab, im Lagerraum des Jugendcafés seine ersten Songs aufzunehmen, war vor Ort und teilte persönliche Erinnerungen.

Ergänzt wurde die Runde durch den bekannten Offenbacher Rapper Soufian, ebenfalls ein enger Weggefährte Anhan’s, der authentischen Einblicke in das Leben als Berufsmusiker gab sowie durch Acca, der Haftbefehl regelmäßig bei 
Live-Auftritten begleitet. Ursprünglich war auch Aykut Anhan selbst als Überraschungsgast vorgesehen, musste seine Teilnahme jedoch aus privaten Gründen kurzfristig absagen.

Trotzdem bewerteten Organisatoren und Teilnehmende den Abend als vollen Erfolg. Die Veranstaltung zeigte 
eindrucksvoll, wie kulturelle Biografien als Ausgangspunkt für Präventionsarbeit, Reflexion, Aufklärung und einen 
offenen Dialog genutzt werden können.

Mucksmäuschenstill wurde es im Jugendcafé, als Spiehl zu Ende des Abends die Geschichte des historischen BABO`s - dem Namensgeber der Stadt Babenhausen - vorlas. Diese Geschichte und die Hintergründe dazu, die Heimatforscher Joachim Heizmann für den Abend beigetragen hatte, kannte tatsächlich noch niemand im Raum.

Zufall? Schicksal? Vorhersehung? Diese Frage blieb an diesem Abend unbeantwortet, ebenso, was Anhan 2013 getextet hätte, wäre ihm dies damals bekannt gewesen.