In der zweiten Osterferienwoche stand ein viertägiger Filmworkshop auf der Burg Schönfels, im gleichnamigen Ortsteil der Babenhäuser Partnerstadt Lichtentanne, auf dem Programm der KiJuFö.
20 Kinder und Jugendliche aus Babenhausen und Roßdorf machten sich am 07.04. auf den Weg nach Sachsen. Dort angekommen wurde zuerst die Jugendherberge in Plauen bezogen, anschließend ging es ins nahegelegene Lichtentanne. Im Jugendclub „EXIL“ wurde die hessische Gruppe zunächst von den Lichtentannern herzlich begrüßt und beim gemeinsamen Kennenlernen wurde bereits in die Programmplanung eingeführt und erste Ideen für das Storyboard (Szenenbuch) gesammelt. Am zweiten Tag ging es dann auf Burg Schönfels auch direkt los. Ursprung für das Filmprojekt war der 1989 auf Burg Schönfels gedrehte DEFA-Märchenfilm „Die Gänseprinzessin“. In Anlehnung an diesen Film erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam ein Storyboard.
Zunächst wurde der Film zum Einstieg gemeinsam angeschaut; dann wurde es konkret: Es brauchte Jugendliche vor, aber auch hinter der Kamera. Hierzu teilte sich die Gruppe eigenständig gut auf. Rund 16 Schauspieler*innen begaben sich dann in ein kurzes Improvisations- und Schauspieltraining; die acht Jugendlichen hinter der Kamera bekamen von einem Medienpädagogen eine technische Einführung zum Arbeiten und Drehen mit den i-Pads. Nach rund zwei Stunden „Training“ schlüpften alle in ihre Kostüme und die ersten Szenen wurden abgedreht.
Nach Drehschluss ging es für die Teilnehmenden aus Hessen wieder zurück nach Plauen. Nach einer Stadterkundung folgte ein gemeinsames Abendessen und ein Spieleabend, um sich besser kennenzulernen.
3,2,1 – Action“ - hieß es dann am Donnerstag unzählige Male. Weit über 100 Szenen wurden abgedreht, gesichtet und wiederholt. Texte wurden eingeübt, spontane Kostümänderungen vorgenommen und in sämtlichen Räumlichkeiten der beeindruckenden Filmkulisse gedreht. „Ich will schon immer Schauspielerin werden, aber es ist auch ganz schön anstrengend!“, berichtete eine Teilnehmerin in einer Drehpause. Nachdem alles „im Kasten war“ ging es wieder zurück zur Jugendherberge nach Plauen und nach einem kurzen Stadtbummel ließ die Gruppe den Abend in einem kleinen Biergarten bei leckerem Essen, auf einer Hüpfburg und beim Tischtennis ausklingen.
Freitags standen dann noch der Videoschnitt und natürlich die Premiere des Films auf Burg Schönfels auf dem Programm. In kleinen Gruppen konnten sich die Kinder im Videoschnitt und der Videobearbeitung ausprobieren. Einzelne Textpassagen mussten noch final eingesprochen und natürlich die passende Musik zum Hinterlegen der Szenen ausgewählt werden. Kurz vor zwölf Uhr war es dann soweit: Im großen Rittersaal der Burg fand die Premiere des Films „Die Kiste der Hexe“ statt. Gute sechs Minuten voller Spannung, Abenteuer und ganz viel Spaß waren das Ergebnis von 1,5 Drehtagen. Mit großen Augen, stolzer Brust und voller Begeisterung sah man das Ergebnis auf der großen Leinwand in der Burg an – gleich zweimal, damit einem auch wirklich nichts entgeht.
Gegen Mittag verabschiedete sich schließlich der hessische Teil der Gruppe, um den langen und anstrengenden Heimweg anzutreten. Sicher ist aber: Die lange Fahrt und die Anstrengung haben sich wirklich gelohnt, das Ergebnis begeistert.
Anmerkung: Keine zwei Tage später haben sich die Freunde aus Lichtentanne bereits wieder gemeldet und mitgeteilt, dass der Film nun auch auf YouTube zu sehen ist (zu finden unter: „Die Kiste der Hexe“). Nun können alle Teilnehmenden den Film auch zuhause mit ihren Familien und Freunden schauen – und das so oft sie es möchten.
Dominik Stadler
Bürgermeister
