Stadtgeschichte

Stadtgeschichte von Babenhausen

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Das zur Herrschaft Hanau gehörende Babenhausen, das urkundlich erstmalig 1211 erwähnt wird, erhielt im Jahre 1295 und damit vor Hanau und Darmstadt von König Adolf von Nassau die Stadtrechte verliehen. Damit waren das Marktrecht, ein eigenes Stadtgericht sowie der Bau von Befestigungsanlagen verbunden. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Anlagen teilweise verstärkt oder erneuert. Ursprünglich hatte Babenhausen sieben Türme und zwei Stadttore. Ein großer Teil der Mauer ist bis heute erhalten, ebenso der Hexenturm (früher Mühlturm) und der Breschturm.

Im 15. Jahrhundert entstand auch der Ostflügel des Babenhäuser Schlosses, das in den nächsten Jahrzehnten um einen Südflügel ergänzt und weitergebaut wurde. Das Schloss wurde nach dendrochronologischen Untersuchungen 1188/1189 von dem Münzenberger, die 1255 im Mannesstamme ausstarben, als Wasserburg angelegt. Im Laufe der Jahrhunderte diente es nicht nur als Residenz der Grafen von Hanau-Lichtenberg, sondern fungierte auch als Witwensitz. Später war es Militärgefängnis, Garnison, Lazarett, Forschungsanstalt und Altersheim. Seit 1981 befindet es sich in privatem Besitz und wird aktuell zum Hotel umgebaut.

Seit 1368 hatte Babenhausen auch das Münzrecht, doch erst Anfang des 17. Jahrhunderts ließ die Herrschaft hier für kurze Zeit Münzen prägen, unter anderem einen Goldgulden.

Im Dreißigjährigen Krieg litt Babenhausen mit seiner Lage im Rhein-Main-Gebiet in der Nähe der Kurpfalz und an den Heerstraßen im Rheintal besonders intensiv. Mehrfach von unterschiedlichen Kriegsparteien besetzt, waren die umliegenden Dörfer schon in den ersten Kriegsjahren verwüstet, viele Bewohner flohen. 1631 wurde Babenhausen durch kaiserliche Truppen besetzt und geplündert; ein Jahr später marschierten die Schweden ein. 1635 wurde die Stadt von den kaiserlichen Truppen lange belagert, jedoch nicht erobert. Im gleichen Jahr sind weit über 900 Pesttote zu beklagen. Da Babenhausen aber böhmisches Lehen war, musste die Stadt auf Anordnung des Kaisers im Dezember 1635 Kurmainz übereignet werden. 1647 wurde dann Stadt und Amt Babenhausen wieder an die Hanauer Grafen abgegeben.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen Johann Reinhard III. im Jahre 1736 kam es um Stadt und Amt Babenhausen fast zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den potentiellen Erben, der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Der Konflikt endete nach langjährigem Rechtsstreit 1771 durch einen Vergleich: Danach fiel Babenhausen an die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Blick auf das Schloss von Babenhausen
Blick auf das Schloss von Babenhausen

In napoleonischer Zeit wurde die Landkarte neu geschrieben. Babenhausen war drei Jahre von den Franzosen besetzt, danach für wenige Monate Bestandteil des Großherzogtums Frankfurt, ehe es zu Hessen-Darmstadt kam. Der Grundstein für die Kaserne an der Straße nach Aschaffenburg wurde 1900 gelegt. Heute ist Babenhausen Teil des Landkreises Darmstadt-Dieburg, der mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren entstand.

Blick auf den Hexenturm
Blick auf den Hexenturm




Chronologie

1300 v. Chr.
Erste Funde am Rennweg deuten auf eine Besiedelung der Gegend hin.

1176
Cuno I. von Münzenberg kauft in Altdorf dem Kloster Fulda Grundbesitz ab, um später eine Burg darauf zu bauen. Altdorf wurde im 30-jährigen Krieg zerstört, nicht wieder aufgebaut und ging in Babenhausen auf.

1188
Das Schloss Babenhausen wird gebaut. In diesem Jahr werden die Eichen für die Deckenbalken der Halle gefällt.

1211
Ein Alberus von Babenhausen bestätigt eine Schenkung an das Kloster Eberbach.

1236
In einer Eheberedung (Cuno III. von Münzenberg und Adelheid von Tübingen) wird Babenhausen erwähnt.

1262
Ersterwähnung der Kirche in Babenhausen.

1295
Stadtrechtsverleihung durch König Adolf von Nassau.

1458
Philipp d. Ä. heiratet Anna von Lichtenberg (Elsass). Die Grafschaft Hanau-Babenhausen entsteht.

1480
Die Lichtenberger sterben im Mannesstamme aus. Die Grafschaft Hanau-Lichtenberg entsteht.

1581
Aus diesem Jahr stammt die älteste, noch vorhandene Landkarte von Babenhausen und Umgebung. Sie wurde von Graf Philipp V. von Hanau-Lichtenberg in Auftrag gegeben.

1736
Die Hanau-Lichtenberger sterben mit Johann Reinhard III. aus. Es kommt zum Erbstreit. Hessen-Kassel beansprucht Babenhausen, der Rest der Grafschaft fällt an Hessen-Darmstadt.

1780
Anton Wilhelm Tischbein malt "Schloss und Bachtorturm Babenhausen".

1858
Die Hessische Ludwigsbahn zwischen Aschaffenburg und Darmstadt nimmt ihren Betrieb auf.

1870
Die Odenwaldbahn nimmt ihren Betrieb auf.

1892
Für vier Jahre wird der Darmstädter Samengroßhändler Gustav Hickler Schlossbesitzer.

1895
200 Jahre nach der Lateinschule wird die Höhere Bürgerschule eröffnet.

1901
Die II. Abteilung des Artillerie-Regiments Nr. 61 aus Darmstadt zieht in die neu erbaute Kaserne an der Aschaffenburger Straße ein.

1923
Die Celluloidwarenfabrik "Cellba" Schöberl&Becker am Ostheimer Weg 3 wird eröffnet und beginnt mit ihrer Puppenproduktion.

1935
Der Hessische Dichtertag findet in Babenhausen statt.

1943
Im Schloss wird ein Forschungslaboratorium des Reichsministerium für Wirtschaftsausbau eingerichtet.

1944
Mehrere Bombenangriffe auf Babenhausen fordern zahlreiche Todesopfer, so am 2. Oktober und 24. Dezember.

1971
Die ehemals selbstständigen Gemeinden Harpertshausen, Harreshausen und Langstadt schließen sich freiwillig Babenhausen an.

1972
Die ehemals selbstständige Gemeinde Hergershausen schließt sich freiwillig Babenhausen an.

1977
Die ehemals selbstständige Gemeinde Sickenhofen wird zwangseingemeindet.

1984
Verschwisterung mit Buchsweiler (Bouxwiller) im Hanauerland im Elsass.

2007
Letzter Fahnenappell der Amerikaner in der Kaserne Babenhausen.